Fishing & Yachting am Ijsselmeer

Endlich, im Oktober 2021 hieß es wieder “Leinen Los”. Dieses mal unter dem Motto, “5 Häfen in 5 Tagen”.

Tag 1.

Früh morgens, ging es in Steinhude los Richtung Sneek (NL). Nach gut 4,5 Std Fahrt, erreichten wir unser Ziel und machten uns umgehend auf, dass Schiff zu beladen und für den Turn klar zu machen. Ziemlich genau um 13 Uhr hieß es dann, – LEINEN LOS und auf geht´s.. Das heutige Ziel hieß Lemmer. Dieses wunderschöne Fischerörtchen ist übrigens immer eine Reise Wert. Ob mit dem Schiff, oder auch PKW. Lemmer hat einiges zu bieten und lohnt sich auf jeden Fall mal zu besuchen. Nun aber weiter im Text.. Schon die Schifffahrt nach Lemmer, die über zahlreiche wunderschöne Kanäle führt, ist ein Abenteuer für sich. Weite, unverbaute, wunderschöne Landschaften lassen das Naturliebhaber Herz höher schlagen und sorgen für pure Entspannung. Nach etwas mehr wie 2 Stunden, erreichten wir schließlich die Schleuse zu unserem ersten Ankerplatz in Lemmer.

Kurz durchgeatmet, Schiff vertaut und ready für den ersten Landgang. Dieses Mal sollte es nicht nur ein „gewöhnliches“ Yachting sein, nein, dieses Mal wollte ich mein Glück beim Fischen versuchen. Dafür sind die Niederlande übrigens geradezu Ideal. Und vor allem unkompliziert. Lediglich ein VISpas wird benötigt. Diesen bekommt man für rund 40 € als Jahreskarte, oder aber wie in meinem Fall, für 10 € als Wochenkarte. Also, nix wie auf zum „VVV“. Das ist sowas, wie bei uns die Touristeninfornationen. Dort bekommt man den besagt VISpas, sowie sämtliche Infos rund um die Gewässer, Fischarten und grundlegende wichtige Informationen, rund um das Fischen bzw. Angeln.

Also, runter von Bord und ab zum VVV.. Mist, geschlossen!! Planlos und nicht gerade mit dem besten Orientierungssinn gesegnet, irrte ich also durch Lemmer und besuchte das eine oder andere Geschäft, um zu erfragen, ob es den VISpas auch auf anderem Wege zu erwerben geht. Und siehe da, eine Freundliche Dame aus dem hiesigen Schreibwarengeschäft, gab mir einen entscheidenden Tipp, der da lautete „Versuch es mal im PetsPlace“. Also fix auf Google Maps nachgeschaut und siehe da, der Shop ist nur 80 Meter weiter. Bingo!! Nun rasch, frohen Mutes und Hoffnung ab zum Tiergeschäft PetsPlace. Dort angekommen traute ich meinen Augen nicht. Hier bekam ich nicht nur den VISpas, sondern auch Köder und richtig gute Tipps vom Verkäufer, der selbst leidenschaftlicher Angler war. Jetzt stünde meinem Abenteuer also nix mehr im Wege.

Im weiteren Tagesverlauf schaute ich mir Lemmer noch etwas genauer an, trank in einer gemütlichen Bäckerei Kaffee, genoss ein Stück Kuchen und präparierte auf dem Schiff meine Angeln. Abends ging es dann zum Italiener La Gondola. Nach einem herrlich gemütlichen späten Spaziergang, ging es satt und zufrieden dann wieder zum Schiff und alsbald dann auch in die Koje.

Tag 2:

Vom Glockenspiel der Hervormde Kerk geweckt, konnte der zweite Tag einfach nur toll werden. Guten Morgen Lemmer! Auf in einen neuen, spannenden Tag. Heute geht´s nun ab auf´s Ijsselmeer, mit dem Zielhafen Urk. Aber zunächst erst mal durch die Lemstersluis. Eine Schleuse, die mittlerweile zur Historischen Sehenswürdigkeit Lemmers gehört. Jetzt aber hinaus auf´s Meer. Bei angenehmer Fahrt und gerade mal 3-4 Windstärken, erreichten wir nach rund 3,5 Std. den Hafen von Urk. Dieses Örtchen ist ziemlich speziell. Hier spricht man z.B. kein übliches Niederländisch, sondern eine ganz besondere, alte Friesische Mundart. Zudem ist das Örtchen ziemlich religiös. Nun konnte ich es jedoch nicht abwarten, meine Angeln zum Einsatz zu bringen. Also, Ruten raus, Pose justiert auf der einen Angel, Kunstköder an der zweiten Rute und auf etwas Glück hoffen. Was für ein Spaß!! Bei jedem einholen der Kunstköder Rute schlug mein Herz höher, in der Hoffnung etwas am Hacken zu haben. An diesem Tag, sollte das Glück jedoch nicht auf meiner Seite sein. Wie auch immer, dann gab es eben statt Fisch, ein richtig giganströses T-Bone Steak vom aller feinsten. De Kaap. So heißt das Restaurant, mit der wohl schönsten Aussicht direkt auf´s Ijsselmeer. Im Sportcafé Willem Barentsz, liessen wir dann den Abend gemütlich ausklingen, bevor es dann wieder auf´s Schiff und in die Koje ging.

Tag 3:

Bye bye schönes Urk. Am dritten Tag, ging es nach dem Duschen so gegen 12 Uhr wieder auf hohe See. Die über 4 Stunden lange Fahrt, quer über das ganze Ijsselmee, war wohl die schönste der gesamten Tour. Parallel zur N307, eine Straße die Lelystad mit Enkhuizen verbindet und quer über das Ijsselmeer führt, ging es nach Enkhuizen. Ich habe es so sehr genossen, bei gerade mal 4 Windstärken und strahlendem Sonnenschein das Schiff zu steuern. Ein Traum, den man nicht beschreiben kann. Man muss es einfach fühlen und spüren. An gigantischen Vogelbänken vorbei, ging es dann nach gut 4 Stunden schlussendlich in den Hafen. Voller toller Eindrücke von der Seefahrt, packte ich unmittelbar nach dem Anlegen meine Angelausrüstung raus und hoffte dieses Mal mehr Erfolg zu haben, wie am Vortag in Urk. Tja, was soll ich sagen. Wieder keinen Fisch am Hacken. Hilft alles nix, ein Restaurant musste wieder aufgesucht werden. Dieses mal, hatten wir ein weniger glückliches Händchen. Das Essen im Herberg De Compagnie war okay, die Bedienung jedoch leider etwas unkooperativ bei der Auswahl und Empfehlungen von Speisen und Getränken. Kurz gesagt, ich fühlte mich nicht sonderlich willkommen. Somit aßen wir lediglich unsere Speisen und suchten uns eine Bar, um den Abend dann bei schönerer Atmosphäre ausklingen zu lassen. Mit dem ‘t Kleine Café, haben wir schließlich eine wirklich urige und einladende Bar gefunden. Der Abend war gerettet! Guten Mutes und bei bester Laune ging es dann wieder zum Schiff. Eigentlich wollte ich zeitnah in die Koje. Doch irgendwas war da noch!! ACH JA, ich hatte ja noch meine Angeln im Einsatz. Fast vergessen!! Also schnell wieder ans Deck, um meine Ruten einzuholen. Doch plötzlich?!? WAS IST DAS? Warum vibriert meine Angel so beim reinholen?? Verdammt. Was ist das? Ich musste fast schon mit Kraft an der Kurbel drehen. Plötzlich, siehe da, ein Fisch am Hacken! Und das war nicht mal ein kleiner. Freude und Erleichterung durchfuhr meinen Körper. Direkt nach der fachmännischen Tötung, machte ich mich umgehend an´s ausnehmen des Fisches. Et voilà, Der Fisch ist nun Küchenfertig. Glücklich und zufrieden, begab ich mich nun in die Koje und freute mich auf den nächsten Morgen.

Tag 4:

Guten Morgen Enkhuizen! Ein neuer Tag bricht ein. Nun hieß es wieder, ab auf´s Land um zu duschen und mich frisch zu machen. Nach dem gestrigen trauhaften Turn quer über das Ijsselmeer, konnte ich es an diesem Morgen kauf abwarten, die Leinen wieder einzuholen und den Anker zu lichten. Denn heute sollte es wieder quer über das Ijsselmeer gehen, dieses mal vom äußersten Westen in den Nordosten nach Stavoren. Also, Leinen los, und ab geht´s.. So Weit, so gut. Doch bereits nach einer halben Stunde auf offener See, hatte ich nicht mehr viel zu lachen. Zwar hatten wir gerade mal akzeptable 4-5 Windstärken, jedoch kamen die 5 Windstärken von Backbord (links) und brachten das Schiff so richtig zum schaukeln. Anfangs war es ja noch okay. Doch dabei blieb es leider nicht. Es wurde zunehmend heftiger und heftiger. Das Schiff war den seitlichen Wellen ausgesetzt und wir mussten immer wieder die Satelliten gestützte Kurs-Automatik abstellen und manuell zusehen, dass wir das Schiff auf Kurs halten und dennoch dem Wellengang etwas entgegen wirken. Die hälfte der Fahrt war geschafft, dennoch hatten wir noch satte 2 Stunden vor uns. Oh man, mir wurde plötzlich tatsächlich schlecht. Unten in der Kabine war es am Scheppern. Vasen gingen zu Bruch, Lampen sind umgekippt, alles schaukelte hin und her, kippte um und gab sich den Wellen ergeben. Mit dem Fernglas schaute ich immer wieder, wie weit es noch zum Festland ist. Doch dann endlich, LAND IN SICHT! Erleichterung machte sich in mir breit. Nicht das mir lediglich in der Bauchgegend “mulmelig” war, ich hatte stellenweise echt wirklich Angst. Man muss sich das vorstellen, wie eine krasse Schiffschaukel auf dem Kirmes, jedoch nicht nach vorne und hinten hoch und runter, sondern das ganze seitlich. Sei es drum, wir sind schließlich heile im Hafen angekommen und konnten uns erstmal an`s Aufräumen machen. Zum Glück gab es keine größeren Schäden. Lediglich etwas Chaos und paar zerbrochene Gegenstände.

Nun aber zu etwas entspannterem. Die Einfahrt in den Hafen von Stavoren. Ich habe ja nun auf dieser Gesamttour einige Häfen gesehen. Allesamt wirklich sehenswerte Attraktionen. Doch dieser Hafen war mit Abstand der schönste. Die vielen kleinen Brücken, idyllischen Häuser, malerischen Straßen und Gassen, der wunderschöne Deich, überall Schafe.. Alles in allem, wie im Märchen. Direkt nach dem Anlegen, hielt mich nix mehr an Bord. Ich musste mir diese einmalige Gegend dringend etwas genauere anschauen und machte einen ausgiebigen Spaziergang.

Wieder zurück am Schiff, habe ich es mir zunächst an Deck gemütlich gemacht und einfach den Moment wirken lassen. Einfach Herrlich. Einen Steinwurf vom Ankerplatz befand sich ein COOP Supermarkt, den ich nach meiner kleinen Pause aufsuchte, um mich mal umzuschauen, was es dort so feines gibt. Nach einem kleinen Shoppingausflug, kehrte ich voller Leckereien zurück und machte mir einen kleinen Snack für zwischendurch. Die etwas stressige Anfahrt auf dem schaukelndem Schiff war wie verflogen. Im weiteren Tagesverlauf, machte ich es mir immer wieder gemütlich, Angelte ein wenig (Erfolglos) und habe einfach nur den wunderbaren Moment in vollen Zügen genossen. Abends ging es dann wie an jedem Tag auf die Suche nach einem geeignetem Lokal zum verweilen und speisen. Mit dem Hotel de Vrouwe van Stavoren, fanden wir ziemlich schnell ein tolles Restaurant und verbrachten dort den Rest des Abends. Es gab Pasta mit Pilzen und frischen Tomaten und lecker würzigem Hartkäse. Ein Gedicht! Rundum zufrieden, ging es dann wieder zum Schiff und ab in die Koje.

Tag 5:

The same procedure as every morning. Aufstehen und ab zum Duschhäusschen. Frisch, fröhlich und munter, hieß es dann auch schon wieder Leinen los und auf zum letzten Turn. Es ging nun wieder zurück zum Starthafen nach Sneek. Doch diesesmal über die idyllischen Kanäle. So ganz romantisch, ohne Seegang, an den schönen Landschaften vorbei über Heeg, IJlst, bis schließlich Sneek. Im Heimathafen angekommen, ging es zunächst mal in die Koje. Nach 5 Tagen auf See und voller Erlebnisse und Abenteuer, wird man schon mal ein wenig müde und erschöpft. Also, Wecker auf 18 Uhr gestellt und ab ins Bett. So, genug geschlafen. Es ist 6 Uhr Abends. Auf in´s letzte Abenteuer. Unser Stammlokal, dass Grieks Restaurant Kreta, wurde am heutigen Abend angepeilt. Am letzten Abend dieser grandiosen Tour, gönnte ich mir mal leckere Lammkarrees. Einfach lecker! Nach dem Essen führe auch an diesem Abend kein Weg an unserer Lieblingsbar vorbei. Ein Absacker musste her. Es durften aber auch zwei, oder drei sein. Satt und gut gelaunt, ging es dann ins Irish Pub De Poort Van Cleef. Diese Bar ist ein absolutes Muss, wenn man mal in Sneek ist. Hier finden regelmäßig Partys und Events statt. Aber auch an normalen Tagen ist dort immer was los. Das ich dort nicht das erste mal war, bestätigte sich an diesem Abend. Nix ahnend saß ich im Außenbereich der Gastronomie und trank ein Bier. Doch was dann geschah, schlägt dem Fass den Boden aus. Eine Attraktive junge Dame kam aus dem Innenbereich direkt auf mich zu und sprach mich freudestrahlend an, ob ich der Sebastian aus Seelze wäre. Ich war einfach nur baff!! Nach kurzem Smalltalk widmete ich mich wieder meinem Getränk und dachte mir, was für ein geiler Ort. Und überhaupt, WAS für ein traumhafter Urlaub! I LOVE NL.

Tag 6:

Am sechsten und letzten Tag hieß es das Schiff wieder in die Halle zu manövrieren, unser Gepäck von Bord zu bringen und das Schiff soweit klar für den nächsten Turn zu machen. Dieser soll im April 2022 starten. Ich freue mich jetzt schon, wenn es dann wieder heißt, LEINEN LOS!!

 

Fotos und Videos

 

 

Wissenswertes:

Unten habe ich auf einer Karte die komplette Route nachgezeichnet.

 

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