Uwe Görke-Gott

Kraft, Lebenslust und Mut. Nach über 10 Jahren Internetfreundschaft, durfte ich die Kämpfernatur Uwe Görke-Gott endlich mal persönlich kennen lernen. Und es war nicht irgend ein “kennen Lernen”. Fast eine ganze Woche verbrachten wir gemeinsam, bei einem mehr oder weniger geplanten Urlaub. Auch wenn ich eine eher introvertierte Person bin, haben Uwe und sein Mann Benny mich von Anfang an, auf ihrer ganz besonderen Art und Weise in ihren Bann gezogen. Kennen gelernt habe ich Uwe Görke-Gott im Jahr 2007, bei einem damals einmaligen Internet-Projekt von Marcel Kotzur. Marcel, damals noch 25 Jahre jung, hat sich zur Aufgabe gemacht, sein Leben für 1 ganzes Jahr, 24 Stunden am Tag online zu streamen. Trueman.TV war geboren und in kürzester Zeit entstand eine wunderbare Community. Und mitten drin, wie könnte es anders sein, das Ueffcken und meine Wenigkeit. So lustig die damalige Zeit war, es war auch eine Zeit in der wir viel Gelegenheit dazu hatten, uns über unser Leben auszutauschen. Jeder hatte so sein Päckchen zu tragen. Ganz besonders Uwe Görke-Gott hatte immer ein offenes Ohr. Nicht zuletzt dadurch, dass er selbst ein ziemlich turbulentes Leben hatte, welches nicht immer einfach war. Er könnte nicht nur ein Buch darüber schreiben, er tat es auch. Aber lest selbst. Ich bin extrem dankbar und froh, dass ich diesen Kraft,-und Energiebolzen kennen lernen durfte und wünsche ihm auf diesem Wege alles erdenklich gute und ein langes Leben. Uwe, Benny und Molle, ich drücke Euch von ganzem Herzen.

Leseprobe:

Kapitel I.

Kindheit und Jugend
– 1964 –
— Der Start —

Uwe Görkes Leben begann am 06.08.1964 in einem Iserlohner Krankenhaus. Schon zu diesem Zeitpunkt waren Weichen gestellt, die sein späteres Leben fest im Griff haben würden. Als Vorbote dafür stand sein Vater in Handschellen neben dem Bett der Mutter, irgendwie hatte er es erreichen können, seine Frau und den neugeborenen Sohn sehen zu dürfen, bevor er wegen des gerade geschehenen Autounfalls unter Alkoholeinfluss, bei dem sein Freund ums Leben kam, in den Knast ging. Es sollte nicht sein letzter Aufenthalt hinter Gittern bleiben.
Uwe wurde an die Schonzeit nach der Geburt anschließend sofort in eine Existenz geworfen, in der er um seinen Platz kämpfen musste. Dem, was man Vorsehung nennt, gefiel es, ihn nicht in eine wohl behütete Wiege zu legen, sondern setzte ihn von Anfang an auf einen Schleudersitz. Schon im Alter von zwei Jahren wurde er als Sohn fristlos gekündigt und in eine fremde Verantwortlichkeit entlassen, da der Umgang mit ihm aufgrund einiger schnell aufeinander folgender Kinderkrankheiten wohl zu strapaziös geworden war – so lautete jedenfalls die glattzüngige Erklärung der Mutter. Ein Kinderheim in Iserlohn war von diesem Zeitpunkt an seine neue Heimat. Eher zufällig stolperte das Jugendamt zu dieser Zeit in verschiedenen Heimen des Sauerlands über den Namen Görke, sie recherchierten und stellten fest, dass es insgesamt fünf Görke-Kinder gab und die Namensgleichheit kein Zufall war. Zusammen wurden sie nach und nach in einem Mendener Kinderheim untergebracht, wo sie sich zum ersten Mal als Geschwister kennen lernten. Die drei Jungen und zwei Mädchen wuchsen also doch noch gemeinsam auf, der Plan der Mutter, dass einer vom anderen nichts wissen sollte, war fehlgeschlagen. Erst später erfuhren sie, dass es noch eine dritte Schwester gegeben hatte, sie war bereits im Alter von einem Jahr in der Obhut der Mutter gestorben.
Uwe galt unter den Brüdern immer als das Weichei, er war nicht wie sie gewaltbereit und musste aufgrund dessen einiges einstecken. Unter anderem versuchte sein großer Bruder Ralf ihn mit einem Holzscheit zu erschlagen. Uwe überlebte und noch heute zeugt eine Narbe an seinem Kopf von diesem Angriff. Da musste er durch – und er kam durch, nicht zuletzt durch die enge Bindung zu seinen Schwestern Gaby und Silke. Bevor er allerdings als Erwachsener eigene Wege gehen konnte, musste er noch mit ansehen, wie das gewachsene Band zwischen den Geschwistern, die im Mendener Heim zusammengefunden hatten, wieder zerrissen wurde. Er war sechzehn, als seine 15jährige Schwester Gaby verschwand. Ihr gemeinsamer Bruder Ralf organisierte einen Suchtrupp, dem auch Uwe angehörte. Sie fanden das Mädchen in einem Wald keine 250 Meter vom Heim entfernt – tot und notdürftig verscharrt.

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